„Mein Vater hat sein Künstleramt gewissenhaft erfüllt!“ versetzte Aladar mit Nachdruck.
„Leider hat er diesen frevelnden Stolz bewahrt,“ entgegnete der Priester mit leiser Stimme und blieb vor dem jungen Manne stehen; „Verirrungen sind menschlich, und Gott, der ein verlorenes Schaf mit Schmerzen sucht, hat Ihrem Vater durch eine wochenlange Krankheit reichliche Gelegenheit zur Bekehrung und Buße gegeben. Hat er die Gnadenzeit benutzt? Hat er auch nur ein einzigmal die Tröstungen der Religion verlangt? In vorsätzlicher Unbußfertigkeit ist er gestorben.“
„Herr!“ unterbrach hier Aladar, aber er kämpfte seine Aufwallung nieder.
„Junger Mann,“ sagte der Pfarrer, „rufen Sie Ihr „Herr“ auf der Gasse, wo Ihresgleichen ziehen. Im Pfarrhofe haben Sie Ehrerbietung zu beobachten. Verstehen Sie mich?“
„Ich bitte um Verzeihung, Hochwürden, aber die Vorwürfe, die Sie gegen meinen Vater schleudern, sind sehr ungerecht; er war ein Ehrenmann. Auch er hat Ehrerbietung zu fordern.“
Der Seelsorger schwieg einen Augenblick, dann sagte er etwas gedämpft: „Mag sein, darüber wird Gott im Himmel richten. Was aber das Begräbniß Ihres Vaters anbelangt, so thut es mir leid, Ihnen mittheilen zu müssen, daß die Kirche einem solchen Mann ihren Segen und die geweihte Erde nicht gewähren kann.“
Aladar erblaßte.
„Und Sie wollen meinem Vater ein Grab auf dem Kirchhof verweigern?“ sagte er fast tonlos.
Der Priester zuckte die Achseln: