Als auf der fernen Felsenhöhe, die hinter den Wäldern hervorleuchtete, die Gluth der Abendsonne verlosch, stand Aladar auf, erfaßte die kalte blasse Hand seines Vaters und sagte: „Sie wollen Dir das Grab an der Mutter Seite verweigern. Aber Dein Kind wird Dich verstehen und die Treue erfüllen.“

Als der Mond aufging, stieg Aladar nieder zum Dorfe und ging in den Friedhof hinein. Er ging zwischen den Kreuzen hin bis an die finsterstarrende Grube. Auf dem thaufrischen Rasen lagen noch die Knochen. Der Jüngling hub sie auf, schlug sie in ein Tuch und trug sie davon.

Am Thore schritt ein Mann vorüber, der hielt ihn an: „Was tragt Ihr da?“

„Einen Auferstandenen.“

Der Mann schauerte und eilte weiter.

Aladar stieg mit seiner seltsamen Last langsam den Berg hinan. Auf der Höhe leuchtete das Haus im Mondenscheine.

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Am anderen Tage war ein völliger Feiertag im Dorfe. Die Kirche war in Trauer gehüllt. Stille Messen und laute Gebete wechselten ab und am Nachmittag rüstete sich Alles zum Begräbnisse.

Der verstorbene Bauer war ein sehr angesehener Mann gewesen, und in seinem Testamente stand ein Satz, der seiner christlichen Gesinnung wegen dem Pfarrer so gefiel, und dessentwillen er schon eine ganze Stunde vor dem Begräbnisse wieder alle Glocken läuten ließ. Die Kirche konnte ja doch wohl füglich klagen, sie gehörte mit zu den Erben.

Der Arzt des Ortes stand auf der Gasse und plauderte mit dem Kirchenvater. Beide waren gar ernsthaft und in würdiger Trauerkleidung.