Der Bursche hatte dem Bauer gleichgiltig zugehört, ihn aber mißtrauisch angesehen. Als er nun die Banknote vor sich flattern sah, wendete er sich hastig weg und rief: „Nein, ich rühr’s nicht an, mein Lebtag nicht. Mein heiliger Gott wird mich hüten.“

Der Mann von der hohen Weid stutzte. „Nun, ist es vielleicht zu wenig?“

„Ich sag’ vergelt’s Gott!“ sagte darauf der junge Mann, „aber Geld nehm’ ich nicht. – Hunger hätt’ ich!“

„Ei, das ist was Anderes. ’s ist keine halbe Stunde mehr bis zu meinem Haus, komm halt mit, und jetzt mach Dein Geld weg!“ Des Bauers Stimme war ein weniges milder geworden.

„Habt Ihr’s denn nicht gesehen, wie sie ihn davon getrieben?“ hastete der Bursche heraus, „ich nehm’s nicht! bei meiner Seel, ich nehm’s nicht!“

„Also, Du Bettelbub,“ versetzte der Bauer und stemmte seine Arme in die Seiten und streckte seinen Hals vor: „Du willst dem Hochweidhofer ein Almosen geben?“

Jetzt haschte der Andere nach der Geldnote und mit bebenden Händen zerfetzte er sie in viele Stücke.

Der Bauer starrte wunderlich drein und sagte kein Wort. Als er hierauf den Strick wieder in die Hand nahm, murmelte er: „Ja, wenn es so mit ihm steht, dann ist er freilich ein armer Teufel!“ Hierauf hob er seine Stimme zum Befehl: „Du kommst mit!“

Falsches Geld.