„Uh Jesses, mein Lebertag!“ rief das Mädchen plötzlich und brach in ein so heftiges Lachen aus, daß der Athem gar nicht mehr zurückkehren wollte und der gute Melchi mit beiden Fäusten auf ihrem Rücken trommelte, um sie vor dem Ersticken zu retten.
„Mein Lebertag!“ röchelte sie wiederholt und kam stets neuerdings in’s Lachen, „was ist denn das für ein spaßiger Brocken da drin?“
Sie hatte den föhrenrindenen Vogel entdeckt.
„Das da?“ entgegnete der Bursche, „das ist ein Rothkröpfel. Gefällt es Dir?“
Von Neuem ging das Röcheln des Lachens los und als sie endlich zu sich gekommen war, fragte sie ganz heiser: „Na, Du dalkerter Bub, das hast gewiß selber gemacht und kann mir’s wohl denken, das willst Du Deiner Schönen geben! ’leicht einer sauberen Untergäuerin! Na wart, das kriegst mir nimmer zurück!“
Den Vogel aus dem Sack hinter ihr Busentüchlein stecken war eine rasche That, dann kicherte und schäkerte sie noch eine Weile lustig fort.
Der Melchi war überglücklich.
„Der ist ja für Dich, Toni,“ flüsterte er und wußte dabei nicht, wohin mit seinen Augen, „für das schöne Lebzeltenherz, Toni, weißt? Und paß nur recht auf, ’leicht legt der Vogel einmal ein Ei, das soll auch Dein sein...“
Neuer Lachkrampf. Der hölzerne Vogel legt ein Ei! So was Possirliches hatte die Rothkitteldirn all ihr Lebtag nicht gehört.
„Melchi!“ rief jetzt der Bauer von draußen.