„Wo willst denn also schlafen?“

„Da gehe ich lieber zur fremden Frau hinauf,“ versetzte sie und war roth im Gesicht.

„Ist auch recht,“ meinte Kilian, „so mag der Herr Musikant beim Baldl auf dem Stroh liegen.“

So geschah es. Der grauhaarige Harfner und der junge braunlockige Meisterknecht legten sich in die Stube auf das Bettstroh und der Baldl sagte: „Ja, Vetter, wir Zwei sind auch noch niemalen beisammen gelegen.“

„Und werden vielleicht auch niemalen mehr beisammen liegen,“ entgegnete der Alte, „gute Nacht, jetzt!“

Beide rückten manierlich in sich zusammen, Keiner wollte den Andern drücken. Ist es das erste- und letztemal, so soll Keiner über den Andern zu klagen haben. Der Alte schlummerte bald ein; der Baldl dachte: nächst’ Wochen lieg’ ich schon bequemer.

Agnes war über die Leiter in den Dachraum hinaufgeklettert. Kilian arbeitete mit seiner Schaufel an den kohlenden Meilern. Es heißt wachsam sein.

Wenn die Flamme aus der schwarzen Decke des Kohlenmeilers schlägt, so brennt sie dem Köhler in den Geldbeutel hinein. Was lichterloh brennt, das wird zu Asche, was still und im Innern glüht, das ist das Rechte. Es soll ja auch beim Menschen so sein.

Nachdem die Arbeit geschlichtet ist und der weiße Rauch still zu den Wipfeln aufsteigt, stützt sich Kilian auf den Schaufelstiel und schaut vor sich hin. Es ist jetzt Alles so still, selbst das Rauschen des Baches ist feierlich – dem Mann ist wie zum Einschlafen.

Da geht leise die Thüre der Hütte auf. Eine weiße Gestalt huscht heraus – Agnes im puren Nachthemdchen.