Zwei Holzhauer, die von ihrer Hütte zum Tagewerk an der Kapelle vorüber kamen, fanden den Mann so.
Zuerst sahen sie ihm von der Ferne zu, wie er in der Grube kauerte und die Erde auswarf. Endlich erkannten sie den Martin und meinten, er grabe Wurzeln; aber so tief gräbt kein Wurzelgraber ein.
„Er hebt wohl gar einen Schatz!“ sagte Einer zum Andern.
„Wäre schon recht, dann müßte er mit uns theilen.“
Jetzt zog er das Messer aus der Scheide; die beiden Männer schlichen näher hinzu und da sahen sie neben dem Erdhaufen das Grabkreuzlein liegen.
„Heiliger Gott!“ lispelte einer der Holzknechte, „der scharrt ja ein Grab auf!“
„Dummes Zeug! Wer läg’ denn da begraben?“
„Wohl gar das Bettlerkind, das sie gestern bestattet haben. Ich hör’ sie trugen es in den Wald. Doch, was wollt’ er damit? – Dieser Martin ist ein sonderbarer Mensch!“
„He, Martin!“ riefen sie laut, „was machst denn da?“