Da lag ein Stoß von Papierblättern und auf diesen stand Alles geschrieben. Der gerichtliche Befund der kleinen Leiche, die Aussage der beiden Holzhauer, wie sie ihn an jenem Morgen an der Waldkapelle neben der Leiche trafen, von dem Wahne des Mannes, das Reich Gottes zu suchen, und von noch Anderem stand auf den Blättern. Da wurde jetzt aus diesen vorgelesen, dann wurde gesprochen, und es sprachen Einzelne und sie sprachen durcheinander, laut und leise, und Martin stand da und verstand von Allem kaum ein Wort.

„Wie alt ist Er jetzt – Er?“ fragte der Vorsitzende plötzlich, „hört Er nicht, ich frag’ wie alt?“

Der Wurzelgraber schrak aus seinem Brüten auf. „Wie alt,“ stotterte er, „das weiß ich gar nicht recht, ich soll in die Welt gekommen sein in dem Jahr, wie der große Sturmwind gewesen ist.“

„Hat Er noch Eltern?“

Martin schüttelte den Kopf.

„Nicht also?“

„Meine Mutter hab’ ich nicht gekannt und meinen Vater hat vor zehn Jahren der Brand umgebracht.“

„Was hat Er denn immer gemacht?“ fragte der Richter.

„Was wird Unsereiner auch machen! Mein Vater hat mir nichts lernen lassen können, nur die Wurzeln und Kräuter hat er mir angesagt, und sobald ich stark genug gewesen, bin ich das Wurzelgraben angegangen.“