Endlich kamen sie auf einen freien Platz, der mitten im Walde lag. Der Sturm hatte ein wenig nachgelassen, es war der Mond aufgegangen und er senkte sein Halblicht durch das graue Gewölke, das über den Baumwipfeln dahinjagte.
Der Fremde zog den Lodenrock eng zusammen und lehnte sich an einen Baum, er war erschöpft. Der Mond schien einen Moment in sein Gesicht, das war noch jung, aber sehr bleich. Martin stand neben seinem Gefährten und hauchte sich in die Hände.
Plötzlich horchte der Mann am Baume auf. Von der entgegengesetzten Seite des Angers war es zu hören, wie Pferdetraben.
Martin fiel wieder in Angst, aber der Fremde murmelte in sich hinein: „Geköpft wie gehangen, ein Teufel!“
Das Pferd trabte langsam heran, auf demselben saß eine von Schnee halb eingehüllte Gestalt.
– Da reitet ein nächtlicher Wanderer durch den Wald – das geht sehr langsam, das Roß ist müde, der Reiter schläft wohl gar.
Der Mann am Baume lauerte. „Sieh’ einmal,“ sagte er dann leise zu Martin, „ist das ein Leichtsinn von dem Mann, jetzt schläft er auf dem Pferd und erfriert. Man muß ihm beistehen und wecken, doch früher müssen wir sehen, mit wem wir’s zu thun haben. Jetzt, wenn das Pferd ganz nahe gekommen sein wird, so fasse Du es vorsichtig beim Zügel, ich werde den Mann wecken, daß er doch nicht erstarrt.“
Und als das Pferd ganz nahe war, faßte es Martin am Zügel und in demselben Augenblick stürzte sein Gefährte herbei und riß den Reiter nach rückwärts zu Boden.
Ein Hilferuf, ein Pistolenschuß, ein Aufschrei. Zwei Männer lagen im Schnee und rangen, ein Dritter lag in seinem Blute. Das Pferd wieherte, schlug aus und herum in einem weiten Halbkreis lief es, daß der Schnee hoch aufstaubte und der Boden dröhnte.