Und als er über die Felder hinschritt, da wurde es im östlichen Gewölke lichtgrau und auf dem Boden, wo der Wind den Schnee weggefegt hatte, sah man immer deutlicher die Steine und Halme. Und wenn Wind und Schneewehen für Augenblicke ruhig waren, so konnte man vor sich im Thale einzelne Lichter sehen und das Geklapper des Korndreschens vernehmen.
Als der Arzt gegen das Dorf kam, begegneten ihm Männer mit Aexten und Sägen.
„Grüß Gott, Doctor! heut’ zu Fuß?“ sagten Einige und hoben ein wenig ihre hohen Filzhüte.
„Dank Euch Gott!“ entgegnete der Mann, „geht schon in’s Holz?“
„’s wird wohl sein. Du heiliger Josef, was schleppt Ihr denn auf Euerem Rücken daher?“
„’s ist ein Kranker aus dem Walde,“ sagte der Arzt und schritt langsam weiter.
Warum hat er’s den Leuten nicht alles erzählt, daß sie den Räuber verfolgt hätten? – Der Mann kannte sein Pferd.
Im Dorfe selbst begegnete ihm Niemand. In einigen Bauernhäusern hatte man Licht in der Stube, in anderen war es dunkel. Hie und da krähte ein Hahn.
Der Wind hatte nachgelassen, aber Schneeflocken fielen nieder und legten sich dicht und dichter auf die Strohdächer auf alle Pfähle, Brunnentröge und Zaunstangen. Und was sich an den Rücken des mühsam einherschreitenden Mannes schmiegte – kaum war es unter dem Schnee mehr zu erkennen, was es war.