Endlich, gegen Ende des Dorfes, etwas abseits vom Weg, stand ein altes Gebäude aus Stein mit Erker und Thürmchen. Das Dach stand an einzelnen Stellen weit hervor, die Fenster waren groß, aber vergittert. Ueber dem weiten, doch geschlossenen Thor an der Mauer war ein Gemälde, den barmherzigen Samariter darstellend, wie er den unter Straßenräuber gefallenen Mann auf die Schulter ladet.
Diesem Hause ging der Arzt zu und zog am Eingange die Glockenstange.
Bald öffnete sich das Thor und die Schließerin, ein altes Mütterchen, streckte dem Ankömmling die Hand entgegen: „Gott sei Dank, weil Ihr doch endlich nur da seid!“
„Gibt’s was?“
„Ach sonst nichts, aber –“
„Was macht die Kranke?“
„Mein, die ist rechtschaffen passabel, seit Mitternacht hat sie einen guten Schlaf; aber Ihr, was ist Euch denn geschehen? Nein, dieser Schreck, da kommt das Roß allein...“
„Das Roß? Mein Pferd ist gekommen?“
„Jesus Christus, wer hockt Euch denn auf dem Nacken, Doctor?“
„Laßt mich nur erst in die warme Stube und richtet Eis,“ sagte der Arzt.