„Schmerzen, meint der Herr? Nein, wenn ich an Anderes denke, schmerzt sonst gar nichts. Ich thu’ Euch’s nur früher erzählen, wie’s gekommen ist, Doctor!“
„Hernach, hernach, lieber Freund, jetzt ist hohe Zeit, daß wir daran gehen.“
„Werdet das wohl selbst am besten verstehen, aber wenn’s nun so gäh mit mir sollt’ gar werden! – Ich will’s doch früher erzählen.“
„Wirst mir noch Alles erzählen, Martin, aber jetzt mußt Du ruhig sein.“
„So glaubt mir doch, daß ich Euch nicht angefallen hab’. Ich weiß gar nicht, wie das gewesen ist.“
Der Arzt reichte dem Wurzelgraber die Hand, dann begann er die Operation.
Sie war lang und mühvoll. Martin klammerte seine linke Hand krampfhaft an die Lehne des Sofas und die rechte hatte sich tief in seine Locken eingegraben. So lag er da, starr und ruhig – er bebte nicht, er klagte nicht; nur einmal, als das Eisen im Beine krachte, zuckten seine Lippen, aber dann drückte er sie fest zusammen, bis Alles vorüber war und der Arzt sagte: „Jetzt, mein Lieber, wird’s gewonnen sein; hast Dich brav dabei gehalten. Jetzt wirst Du eine Suppe essen und dann schau, daß Du einschlafen kannst, bis Mittag komm’ ich wieder zu Dir.“
Nach diesen Worten ging er und schrieb einen Brief an das Kreisgericht, den er sogleich durch einen eigenen Boten absandte.
„Schläft sie immer noch?“ fragte später der Doctor.