Ihr führt in’s Leben ihn hinein,

Ihr laßt den Armen schuldig werden.

Dann übergebt ihr ihn der Pein...

Der Mann sah durch das Fenster hinaus in den Wintersturm. Das ist die Erde. – – –

– – – Und Nothburga ist so jung und schön, sie ist eines besseren Schicksals würdig. Und Martin ist ein Narr, er sucht das Reich Gottes unter den Menschen. Noch ist er jung – in seinem ferneren Leben wird er’s immer mehr einsehen, daß er vergebens gesucht, daß sein Jugendstreben eitle That eines Träumenden war, daß sein Leben ein verlorenes ist. Allen Halt einer Erziehung und geregelten Ausbildung entbehrend, wird er mit sich und Allem zerfallen. Das empfindsame, weiche Gemüth, sonst die erste Bedingung eines guten Menschen, wird diesem Manne zum materiellen und moralischen Verderben, denn es hat von seiner Umgebung doppelt tief die Eindrücke fanatischer, vorurtheilsvoller Gebilde aufgenommen, das Gegengewicht aber, eine freie, planmäßige Ausbildung entbehren müssen. – So ist er das geworden, was er ist, ein edles Wollen ohne Plan, eine redliche Seele im Wahn, eine Kraft auf falscher Bahn. – Zu sehr befangen in sich, wird alle äußere Einwirkung auf ihn erfolglos bleiben – er fährt einen seltenen Weg, aber er fährt rasch und rettungslos in’s Verderben. – ’s wär’ ein Glück für ihn, wenn’s aus wär’. – –

An diese Gedanken des Doctors reihten sich noch andere, schwerere, dunklere – endlich fuhr er rasch in die Saiten der Zither. Dann öffnete er einen Fensterflügel und ließ eisige Luft herein strömen. Eine große Schneeflocke fiel auf die Saiten und löste sich langsam und sanft auf dem klingenden Tonbrett...


Der Doctor schrieb Briefe an das Bezirksamt und das Kreisgericht. Dann ging er in seine Apotheke, die neben der Bücherstube war, und arbeitete eine Zeit.