„Nun?“ sagte der Doctor nochmals, dann schlug er mit seinem Stocke ein Steinchen hin und her, das am Wege lag.

„Ihr kennt ihn gar, er hat ein braunes Haar und gräbt Wurzeln!“

„Der Martin also?“

„Und das will ich meinen! – Aber er weiß es noch selbst nicht ganz – der klein’ Finger wird ihm’s aber schon sagen!“

Das Mädchen plauderte weiter und eilte endlich seinen Ziegen nach. Es war ein sehr wildes, ein sehr schönes Kind. –

An einem der nächsten Tage kaufte sich der Doctor ein Pferd, denn die Krankenbesuche mehrten sich und er hatte auch nicht mehr so oft Zeit, in das Gebirge zu gehen. –

Drei Tage nach der Kirchweih brachte man Nothburga in’s Armenhaus; sie war sehr krank und der Doctor mußte ihr zur Ader lassen. Sie hatte ein großes Unglück erlebt. Auf der Kirchweih erschlugen sie ihren Bruder und einen Tag später führten sie Martin in’s Gefängniß.

Diese Fälle hatten das arme Mädchen so aufgeregt, daß es in die schwere Krankheit fiel. Der Wegmacher-Hans war rath- und thatlos und so trug man die Kranke in’s Armenhaus zu Hochdorf.

Dort lag sie einige Tage im Typhus hoffnungslos danieder. Aber der Doctor kam täglich und war stundenlang am Lager der Kranken, bis endlich die Krisis vorüber und Nothburga gerettet war. In der letzten Nacht war’s, als Preisheim im Walde angefallen wurde und Martin in’s Armenhaus brachte. – –