An das Alles mochte der Mann gedacht haben, bis sein Brauner plötzlich im Dunklen stehen blieb.

Da schreckte er auf und haschte nach der Pistole, aber er ließ sie wieder zurücksinken in den Sack seines Mantels, er war ja mitten im Dorfe Dernau, gerade vor seinem Hause.

Leute nahten, die ihn herzlich begrüßten und ihn gar vom Pferde hoben. Sie standen mit Lichtern herum, da es schon finster geworden war, und sie fragten, wie das gewesen sei; sie hatten schon Kunde von dem Anfall im Walde. –

So warm und wohnlich die Stube auch war, so traulich die Lampe leuchtete auf dem gedeckten Tisch und so lustig die alte Haushälterin auch fragte und plauderte – der Doctor blieb wortkarg und verstimmt und ging bald zur Ruhe.

„Glücklich wär’ er da,“ sagte dann in der Küche die Haushälterin zu den Nachbarinnen, die sich noch spät nach dem Doctor erkundigt hatten, „aber ’s ist ihm doch was, ’s ist ihm was! Mein’, der Schrecken muß Einem ja frei die Seel’ aus der Haut jagen!“


Den andern Tag, als der Doctor seine Geschäfte in und seine Besuche um Dernau beendet hatte, ritt er wieder nach Hochdorf. Der Tag war heiter, der Schnee an einzelnen Stellen geschmolzen.

In Hochdorf befanden sich Männer aus dem Städtchen, die auf den Doctor warteten. Sie hatten die Nachricht gebracht, daß aus dem Strafhause ein gefährliches Individuum entsprungen sei, welches man erst vor wenigen Wochen eines Raubmordes wegen eingeliefert hatte. Mit diesen Männern ging nun der Doctor in die Todtenkammer und nach kurzer Untersuchung stellte es sich heraus, daß der im Walde gefundene Todte niemand Anderer sei als der entsprungene Sträfling.

Man wollte auch von Martin den Hergang der Dinge hören und verlangte, daß er zur Leiche gebracht werde, aber der Doctor sagte: „Wenn er noch fiebert, so kann ich es heute nicht gestatten.“