„Ja, gesagt ist’s freilich leicht, gethan ist’s schwerer, ich muß in’s Gefängniß.“

„In’s Gefängniß wirst Du nicht müssen, Martin, es sind eben Herren von dem Gericht da, die Alles begleichen und mit Dir reden wollen. Und dann noch was, hast Du Scheu vor Leichen?“

„Sonst just nicht, aber Kindesleichen möcht ich nicht gern sehen.“

So ließ der Doctor den Wurzelgraber in das Speisezimmer tragen, wo die Gerichtspersonen versammelt waren. Martin gab ruhig Antwort auf die Fragen, die man ihm stellte.

„Ein Krüppel werd’ ich wohl bleiben,“ sagte er zuletzt, „aber ich gäb’ gerne meinen ganzen Fuß hin, wenn sie nur diesen Menschen wieder erwischen thäten; meinen Rock und meinen Hut hat er auch.“

„Um das hat er Dich geprellt, um seine Flucht zu begünstigen,“ sagte Preisheim, „denn dieser Mensch, mußt Du wissen, war ein entsprungener Sträfling.“

Der Wurzelgraber schlug die Hände zusammen. Da sucht er das Reich Gottes und geht mit Verbrechern um und entführt sie der Strafe!

Nun führten sie Martin in die Todtenkammer, und als man die Leiche vor ihm aufdeckte, sahen ihm die Männer in das Gesicht. Nach der ersten Ueberraschung war der Bursche ruhig und er sagte leise: „So schaut’s jetzt aus mit ihm?“

„Ist das der Mann, der Dir im Walde begegnete und Dich zum Anhalten des Pferdes verleitete?“ fragte einer der Beamten.

„All mein Lebtag, freilich ist er’s und meinen Rock hat er auch noch an!“ sagte Martin.