Hierauf ging er in die Apotheke und bereitete einen Trank.
Später nahm er ein großes Buch und blätterte in demselben und sann. – Haben es die Berufsgenossen denn nirgends aufgeschrieben, wen sie still hinüber führen dürfen? – –
Und wie das heiß war in der Stube!
Der Doctor riß einen Fensterflügel auf. Kalte Winterluft strömte herein und löschte das Licht aus. Er zündete es nicht mehr an, mit gekreuzten Armen schritt er über den Boden.
Leben und Sterben! Wer ist Herr und Richter über die Geschicke der Menschen? –
Was flattert doch jetzt durch das Fenster herein? Es ist ein kleines, buntes Wesen, wie ein verlorenes Blumenblatt, dem fernen Maien entführt. Still kreist es um das Haupt des Mannes und läßt sich endlich nieder auf dessen Hand, die über der Brust liegt.
Ein Sphinx?!
Der Doctor erhascht das Thier, macht Licht und betrachtet es. –
„Deilephila Euphorbiae!“ rief er überrascht aus – „und du flatterst noch? Ja, weißt du nicht, daß wir morgen in den November gehen? ’s hat dich wohl schon recht gefroren da draußen und du hast doch noch nicht wollen schlafen gehen. Ei, du kleiner Falter, was willst du denn über den Winter auf der Erde? Ja freilich, leben willst du, und da bist du in mein Stübchen gekommen, daß ich dich bewahre. Nun, wollen ja sehen.“