Der Mann schloß das Fenster und ließ den Schmetterling frei.

– Und ist’s noch so kalt und spät, leben und nur leben! –

Der einfältige, geistesarme Martin ist bereit, sich aufzuopfern für das Glück der Mitmenschen. Ich geschulter, erfahrener Mann, den man den Gelehrten und Guten nennt, soll das ja auch können müssen! Preisheim, Du hast dem Geburtsadel Deiner Ahnen entsagt, gründe Dir einen eigenen in Deiner Mannesbrust! – Wohlan, es möge denn sein, ich entsage – ich opfere mich dem Reiche Gottes auf Erden. Martin wird geheilt und frei sein und in Nothburga’s Wesen wird seine Seele zur Ruhe kommen, in ihr wird er sich und sein Ziel finden. Und das wird die Auflösung sein, zu der ich ein umschleiertes, nach Glück und Frieden ringendes Menschenwesen führen will. Es leite mich der große Geist! –

Der Doctor zog am Glockenzug, eine Wärterin kam und holte den Trank für Martin.

Hierauf schickte sich der Mann an, zu Bette zu gehen. Als er das Licht auslöschen wollte, fand er vor demselben auf dem Tisch den Schmetterling mit verbrannten Flügeln.

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Es war am Morgen des elften November, als der Doctor Preisheim in die Stube trat, wo Martin Holzlöffel und Pfeifenköpfe schnitzte.

Er wünschte dem Wurzelgraber Glück zu seiner Genesung und zum Namenstag.