Am Abend, als in dem großen Zimmer des Armenhauses die Lichter brannten, als Alle, die Lahmen, die Tauben und die Blinden um den Tisch herum saßen, und als die Verlobung vorüber war und Martin, hübsch herausgeputzt, seinen Arm um Nothburga schlang, sagte der Bursche:
„Jetzt erst weiß ich, warum mir damals auf dem Hochpaß die Kreuzspinne zum Herzen gekrochen ist!“
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Am andern Morgen ging Martin mit seiner Braut und mit seinem Schwiegervater in’s Gebirge; er hinkte wohl noch ein wenig, aber er stützte sich, wo es über Wurzeln und Gestein ging, ein bischen auf Nothburga.
„Magst Dich schon recht anhalten,“ sagte diese, „ich bin wieder kernfrisch und halt’ schon was aus!“
Der Doctor sah den Dreien lange nach, hernach gab er noch einige Anordnungen im Armenhaus und ritt dann einsam die Straße entlang gegen Dernau.
Diese Geschichte hatte eines Tages ein alter Mann erzählt. Ein junger Mensch schrieb sie auf, bevor er sie vielleicht noch recht verstand. Der gehörte zu denen, die – um in seinem Pathos zu reden – mit verbundenen Augen und auf Umwegen dem Reiche Gottes zustreben – den Idealen des Guten und Schönen.