„Den Sarg wird uns der Zimmersepp morgen Früh bringen.“
„Wenn ich bei Kraft wäre, wie ich einstmals bin gewesen,“ sagte der Harfner, „ich wollt’ mein Weib hernehmen wie ein kleines Kind und sie so weit tragen, bis ich einen evangelischen Friedhof fände.“
„Seid Ihr ’leicht evangelische Leut?“ fragte der Köhler.
„Gottswegen, ja, und deswegen kann sie der Pfarrer auf dem Feichtauer Kirchhof nicht begraben.“
Der Kilian stand eine Weile sprachlos da, dann machte er mit der Hand einen Schlag in die Luft und rief: „Das sind Dummheiten! – Nein, Vetter, laßt Euch das nicht anliegen. In unserm Wald hat Euch das Unglück getroffen, wir Waldleute verlassen Euch nicht. Bleibt jetzt da und hütet mir das Haus. Ich gehe zu meinen Nachbarn, Euer Weib wird mit Ehr’ und Lieb’ bestattet werden.“
Der Harfenspieler ging in die Stube, setzte sich an die Bahre und sah in das blasse, ernste Antlitz seines Weibes. Und er träumte hier bei den Rosen und Todtenlichtern die liebe Lebenszeit, die er mit ihr zugebracht....
Der Köhler ging hinan durch den Wald gegen die Hütte des Pechers, und dann ging er in den hinteren Edelwald zu den Holzarbeitern und ging auf die Alm zu den Wurzelstechern und Hirten.
Auf seiner Rückkehr unterwegs sah er hinter dem Moosstein im Gebüsche einen Mann kauern.
„Wer ist es?“ rief Kilian.
Ein unverständliches Gebrumme. Er erkannte den Hans.