„Ihr beschämt mich tief, wenn ich mich erinnere, welche Gastfreundschaft der Viktoria in meinem Hause zu Theil geworden ist. Ein bischen ist sie jedoch selbst daran Schuld, sie lief auch so davon.“

„O heilige Maria, wie bin ich froh gewesen, als ich vom Schloß draußen war!“

„Ich hatte die Absicht, Dich zu bewirthen –“

„Um’s gute Essen ist mir nicht viel.“

„Und Dich den Herrschaften vorzustellen.“

„Na, na, die Schloßherrschaften, die kenn’ ich schon,“ eiferte das Viktel, „den Herrn Hochheit nehm’ ich aus, aber die andern Männer sind all’ nicht viel werth.“

Es ist hierauf Einiges angedeutet worden, wobei Prinz Emerich Mühe hatte, seinen Zorn zu unterdrücken. Dann aber sagte er, das junge Weib an der Hand fassend: „Du bist eine vernünftige Frau, so wirst Du den Hof nicht nach seinen niedrigen Elementen beurtheilen. Es giebt auch im Palaste gute Menschen, die Euch schlichten Landleuten näher stehen, als Ihr glaubt, weil sie ganz wie Ihr streiten und leiden, weil auch dort, trotz aller goldenen Pracht, nur zwei Dinge sind, die glücklich machen können, das gute Gewissen und die Liebe. – Euch, Ihr lieben Menschen, ist wohl Beides beschieden; ein Drittes ist wünschenswerth, und ich wünsche daher, daß Ihr es annehmt. Will diese hübsche und stolze Frau ihre gute That nicht für Geld gethan haben, so wird es der Mann, der wacker für sein Vaterland stritt und davon ein Wundmal durch sein Leben trägt, nicht hindern dürfen, wenn ihm sein Fürst eine Ehrengabe reicht. Freut Euch die Landwirthschaft, so hoffe ich, daß ich im nächsten Jahre auf meiner Wanderung in Euern Großbauernhof einkehren kann.“

Der Hans sagte zum Viktel: „Wenn er es uns schon so gut meint, warum sollen wir es nicht dankbar annehmen? Brauchen wir es nicht, so wird’s unserem Bübel taugen, wenn es ein Großbauernsohn ist.“

Sie nahmen es an. Der Prinz schüttelte Beiden wacker die Hände, bestieg sein Roß, ritt heimwärts und liebte seine Fürstin.