„Thut Euch’s überlegen,“ sagte die Großbäuerin, „ich fahr’ heut’ nach Zollau hinaus und vielleicht noch weiter in’s untere Viertel hinein, bin dort daheim und will was Rechtes suchen. Wisset, Froschreiter, in meinem Hause muß fort ein guter Tropfen sein. Ah na, abgehen lassen wir uns nichts auf der Länd’, das hat’s bei mir nicht noth. – Nu, in ein paar Tagen mag ich von unten zurück sein, da frag’ ich bei Euch zu und der Felix kunnt gleich mitfahren. Thut Euch’s überlegen.“
Als sie dann ging, reichte sie jedem von den Kleinen, die sich herandrängten, um ihr nach der Eltern Weisung die Hand zu küssen, eine Kupfermünze. Nur der kleine Anton nahm wahr, daß sein Geschenk ein glänzendes Silbergröschlein war.
„Der Felix, der kriegt nichts, weil er so stolz ist!“ rief sie gegen die Kufe hin. Das Lächeln aber, mit dem sie die Worte sprach, schätzt der Erzähler dieser Ereignisse gut über einen Silbergroschen.
Der alte Michel hatte sich, nachdem er den Pferden das Ihre gegeben – unter einem Birnbaum an drei großen Aepfeln und einer Traube geatzt, die ihm vom Felix zugekommen waren.
Als er mit seiner Herrin wieder auf dem Wagen saß und die Pferde fröhlich hintrabten, wendete er sich auf dem Bock nach rückwärts und sagte:
„Das ist ein recht kamod’s Bürschel, der Traubentreter.“
„Gelt, Michel!“ rief die Großbäuerin leuchtenden Auges, „was meinst, wenn wir statt jungem Wein einen jungen Winzer mit auf den Ländhof brächten!“
„Jungen, sagst?“ entgegnete der Kutscher unsicher, „ist damit um diese Zeit noch nichts anzufangen; zersprengt die Fässer.“
Die Bäuerin lachte; der schwerhörige Fuhrmann hatte sie wieder einmal mißverstanden.