„Auf des Michel’s Schoß ’leicht, Du Lapp!“ lachte das Weib ärgerlich, „siehst doch, daß sonst kein Platz ist.“
„So kann sich der Michel zur Ländhoferin setzen und ich kutschir’. Versteh auch was bei den Rössern.“
„So! Dann will ich Dich auf dem Hofe zu den Pferden stellen, Felix – ei, der Kukuk hinein, jetzt muß ich Dir gleich was sagen. Felix, der gefällt mir, ist ein schöner Name, aber den Froschreiter laß’ im Unterviertel. Auf der grünen Länd’ giebt’s keine Frösche, da reitet man auf hohem Roß – verstehst?“
Für’s Erste ist ihr mein Name nicht recht, dachte sich der Bursche, es mag ein schwerer Dienst werden.
„Na, so strecke doch einmal die Beine ordentlich aus, Felix,“ rief die Bäuerin, „Du hockst ja da wie eine Eichkatz’.“
Da dehnte sich der Bursche und rieb dabei unversehens an ihren bauschigen Kleidern.
„Das macht nichts,“ bedeutete die Bäuerin, „das wird Alles wieder gebügelt.“
Gar nicht zu bestreiten, die Ländhoferin ist eine leutselige Frau. Haben bislang noch lauter Schönes von ihr vernommen. Sie ist in den besten Jahren, hat eine große Wirthschaft auf der Länd’ und will dem jungen kerngesunden Burschen über das Soldatenleben hinweghelfen.
Felix, da magst Du Dir bisweilen schon Einiges gefallen lassen. Und Deine Herrin ist sie jetzt! Darum, so oft sie’s haben wollte, rückte er, streckte sich und gab nicht Acht auf ihr Kleid.
„Und meinst, ich bin nicht auch von unten herauf?“ sagte die Bäuerin plötzlich, „Felix, so wie ich Dich heute auf dieser Straße in’s obere Viertel fahre, so hat mich vor elf Jahren – was sag’ ich denn, es ist nicht so lang’ – der alte Ländhofer auf dieser Straßen heimgeführt. Ist Witwer gewesen – ein rechter Hascher. In Weißenbach unten, da bin ich daheim, und da ist er einmal im Pferdehandel hingekommen und hat mich kennen gelernt. Bin nicht reich gewesen von Heim aus, Felix, hätt’ aber der Liebhaber genug gefunden. Aus reiner Barmherzigkeit, das kann ich wohl sagen, bin ich mit dem Großbauer gefahren und hab’ ihn geheiratet. Wenn’s Dich zu stark schüttelt, so halt’ Dich mit der Hand an dem eisernen Ring; der ist dazu da.“