Felix grüßte ihm freundlich zu, als wollte er sagen: „Ich komm’ zu Euch und wir werden jetzt mitsammen leben und uns schon vertragen; ich bin ein lustiger Bursch!“

Als sie hernach in die Hofgasse einbogen und an der Leinwandbleiche vorüberrasselten, wo an einer Stange Garnsträhne zum Trocknen hingen, kam ein erwachsenes, aber zart gebautes, blasses Mädchen auf den Wagen zu und sagte in bescheidenem Tone: „Grüß’ Gott, Mutter!“

Die Bäuerin zerrte am Rockschoß des Kutschers: „Halten!“ Dann wendete sie sich gegen das anmuthige, helläugige Mädchen und rief: „Was, Du bist schon aus dem Nest, Du dalkete Dirn’! Und laufst um die Zeit auf der Gassen um? Du fragst einen Klenkas danach, was mir der Doctor kostet, wenn Dich wieder Dein Schönheitsfieber überkommt, Du unbesinntes Ding, Du! Und bist schon wieder so wohl und toll, so arbeit’ was! Siehst nicht, daß die Garnsträhne noch auf der Stang’ hängen? Sollen sie verfaulen?“

Tief erröthend und niedergesenkten Hauptes wendete sich das Mädchen und ging den Strähnen zu. Der Wagen rasselte in den Hof.

Da Felix nach solchem Auftritte die Bäuerin fragend angesehen hatte, so murmelte diese: „Ein einfältig Wesen das. Na ja, just, daß man sie nicht fortschaffen will, weil sie das Kind von meinem ersten Mann ist.“

Von meinem ersten Mann – so rutschte es ihr von der Zunge; war ihr doch, sie sitze eng neben dem zweiten.

Als der Wagen auf dem Standplatze vor dem großen Wohnhause still stand, kamen ein paar Weiber herangerannt, um die Herrin zu bedienen.

Einige Knechte, die abseits am Scheunenthor standen, glotzten nur so herüber und waren baß verwundert über den jungen Menschen, der mit der Bäuerin aus dem Wagen stieg.

Ein alter, einäugiger Kerl war unter ihnen, der knackte mit der Zunge, blinzelte mit dem einen Aeuglein und schnürfelte: „Hab’ ich’s nicht gesagt?! Hab’ ich’s nicht oft gesagt, der Alte dazumal hat die Birn nicht vom Baum brockt, sie ist schon auf der Erden gelegen. Heut’ bringt sie ihren ältesten Sohn; ’leicht hat sie noch etlich im unteren Viertel.“

„Mag wohl sein, das,“ gab ein Anderer bei, „im oberen Viertel kann sie keinen haben.“