Und erst das Weibervolk! Das war heute nachgerade verwirrt.
„Für mich und den Herrn das Essen auf’s Zimmer!“ hatte die Bäuerin befohlen.
„Der da,“ sagten sie in der Küche zu einander, „der mit dem geflickten Spenser-Ellbogen soll ein Herr sein? Zerrissen ist herrisch, geht das Sprichwort, aber geflickt ist bäuerisch.“
„Laß’ Zeit, laß’ Zeit,“ sagte eine Andere, „vielleicht hat er zerrissene Socken.“
„Ihr redet Alle wie nicht gescheidt,“ versetzte eine Dritte, „das muß man schon anders nehmen. Das ist nicht ein Herr, das ist der Herr! Versteht’s mich?“
Es wurde im Hofe die Suppe versalzen am selbigen Abend – so sehr war das Küchengesinde in Gedanken.
„Mir hat er gefallen,“ vertraute die Abwaschdirn’ der Köchin und rieb mit aller Macht an dem Milchzuber; – der Zuber wurde blank, aber das Wort war nicht mehr wegzulöschen.
Mittlerweile saß Felix, der junge Winzer, in der Stube der Bäuerin auf einem Ding, das wie eine gepolsterte Lehnbank war. Er saß sehr unbehaglich, denn das Polster gab keine Ruhe, schwoll auf und sank ein, schnellte hin und schnellte her, so oft sich der Bursche nur ein wenig bewegte.
Die Stube war hübsch ausgetäfelt, hatte einige Schränke mit uralten Verzierungen, mehrere Heiligenbilder und einen großen Spiegel mit vergoldetem Rahmen. Verschiedene andere Gegenstände zierten das geräumige Gemach, auf der Thüre waren die Zeichen der heiligen drei Könige geschrieben, die gar so segensvoll sind und sonderlich in keinem Frauengemache fehlen sollten. Der Bursche hatte noch selten eine so vornehme Wohnung gesehen.