Die Bäuerin commandirte mit der Stubenmagd und Allen, die sie ansichtig wurde, wie ein Wachtmeister herum; that dazwischen gefällige Blicke gegen Felix: ob er’s wohl merke, wer sie ist und wie ihr Alles hier dienet!
Auf dem Tische wurden zwei Kerzen angezündet; aufgetragen Braten mit Salat und Wein.
„Und jetzt troll’ Dich in Dein Nest; morgen heißt’s bei Zeiten auf’s Rübenfeld!“ Das war der letzte Befehl, den die Herrin der Aufwärterin gab.
Rübenfeld statt Weingarten! – Felix merkte, daß er nicht daheim. War es ihm aber im Weingarten jemals so gut geschehen als hier? Daheim zum Trank nur Apfelmost, den Wein verkaufen die Leute zumeist in’s obere Viertel. Im oberen Viertel wird er getrunken zum Braten. Zum Braten, der gemacht wird aus den Erdäpfeln und Rüben, die man den Schweinen in den Trog schüttet. Es kommt nicht darauf an, wie es der Boden giebt, sondern wie es der Mensch nimmt. – Das waren jetzt die Gedanken des jungen Winzers.
„So, mein Freund,“ sagte nun die Bäuerin zum Burschen. „So, jetzt pack’ an, da Dein Messer und Gabel. Nur allerweil flink und frisch, das mag ich leiden. Bist jetzt daheim. Aber so wirf doch Deine Joppe weg!“
Ist wahr, dachte sich Felix, wenn sie mir’s schon so gut meint, warum soll ich’s nicht vorwärtsgehen lassen!
Den Braten aß er ohne Salat, für den Durst vermißte er den Obstmost. Die Bäuerin, die an seiner Seite saß, schenkte ihm das Weinglas voll.
„Siehst Du,“ rief sie heiter, „ich selber trink’ aus Deinem Glas, wir wollen recht gut Freund werden!“
Werden? Dachte der Bursche doch, sie wären es schon; viel dicker läßt sich’s nicht mehr auftragen. Sie machte einen langen Zug – bewies es gründlich, daß ihr an seiner großen Freundschaft gelegen sei.