Als der Köhler hinaus zu den Meilern nachsehen ging und der Hans allein in der Stube war, zog er sein Messer aus der Tasche, stach dem Habicht die Augen aus und verzehrte sie.
„Hast auch den Glauben,“ sagte später Kilian, „daß gegessene Geieraugen dem Schützen einen recht scharfen Blick machen?“
„Ich habe gar keinen Glauben,“ versetzte der Hans, „ich weiß es; Geieraugen sind allemal ein sicheres Mittel für so was, aber gut müssen sie sein.“ Er führte die Sache nicht weiter aus, er warf den Vogel unter die Bank; dann zündete er die Pfeife an, ließ sie aber wieder ausgehen. Er starrt finster auf den Tisch. Die Spanflamme schüttelte sich hin und her, als sei sie nicht recht einverstanden mit dem, was der Wilderer denkt.
Draußen braust der Wettersturm. Man hört die Bäume rauschen und die Wipfel krachen – die Wände des Hauses ächzen; der Bach rauscht und bei dem Leuchten der Blitze sieht man sein wachsendes Fluthen und Anprallen an die Steine und Ueberquellen aus dem Ufer. Die Donnerschläge mögen bald verhallen, die Regen versiegen, die Wetter vergehen – als Herr bleibt der Wildbach. Wer hat dem Köhler erlaubt, hier seine Hütte aufzustellen? Fort damit! Eine Felswand nimmt sich noch der armen Köhlerei an; der Rasende zerschellt an ihr und schäumt wüthend dahin, hier einen Baumstrunk, dort ein Stück Erde mit sich reißend.
„Der Mensch wird rauschig, wenn er zu viel Branntwein trinkt, der Bach, wenn er zu viel Regen trinkt,“ sagt der Kilian. Er weiß es, morgen ist das Bächlein wieder klar und klein und hilft ihm die Kohlen löschen und den Schnaps kühlen und leugnet Alles, was es heute gethan.
Der Kienspan verlosch, aber im Herzen des Hans brannte es fort.
Draußen wurden mehrere Stimmen vernehmbar. Der Kilian ging, um zu sehen, und rief: „Seid Ihr endlich da, Ihr verdankten Leut’ Ihr! Gott Lob und Dank, daß Ihr da seid.“
Ein junges, heiteres, erwachsenes Mädchen und ein eben solcher Bursche kamen in triefenden Wettermänteln hereingestolpert.