Der alte Froschreiter schoß in die Nebenkammer, schlug dort die Hände über den Kopf zusammen und jammerte: „Sonst ein so braver Bub gewesen und jetzt auf einmal zerrt er mir die Weiber in’s Haus!“

„Wir können niemand Fremden über Nacht behalten!“ sagte die Mutter scharf, einen Blick auf Constanze werfend.

Der kleine Anton war auch aufgestanden, der bot der Fremden sein eigen Bett an; die gefiel ihm viel besser als die dicke Ländhoferin.

Constanze blickte verzagt zu Felix auf.

„Ja, regnet’s denn draußen?“ rief die Froschreiterin, „Ihr seid bigott allzwei waschnaß!“

Und nun erzählte Felix die schöne Fahrt auf der Seim und die Rettung vor der Zollauer Wehr. Da ging es bald aus einem andern Ton im Winzerhause. Die Mutter packte den Sohn am Halse: „Nicht umsonst hat mir die letzt’ Nacht so geträumt! Allerweil bin ich auf der Hochzeit gewesen – und das ist das sicherste Zeichen, daß wer stirbt.“

„Ist ja Niemand gestorben!“ sagte der Felix.

„Aber sein hätt’s können, Du Narr! – Ach, Du liebes Kind!“ und fiel ihm wieder um den Hals.

„Beim Flachsabladen, hast gesagt, beim Flachsabladen wär’s geschehen?“ fragte der alte Winzer mit tief vorgebeugtem Haupte, und mit etwas unsicherer Stimme setzte er bei: „Was ist denn heut’ für ein Tag?“

„Heut’ ist gar kein Tag, heut’ ist die Nacht,“ erklärte der kleine Anton.