„Weil ich sagen will, wir müssen alle Jahr’ an diesem Tag eine Kirchfahrt auf den Schutzengelberg machen, aus Dankbarkeit für das Mirakel, das heut’ ist geschehen.“
„Eine warme Suppe wär’ mir noch lieber,“ sagte Felix; und da schrie die Mutter: „Weil Eins gar nicht weiß, wo Einem der Kopf steht! Ja freilich werden sie zu essen auch was haben müssen!“
Mitten in der Nacht knatterte das Feuer auf dem Herde. Ein Bund Maisstroh wurde in die Stube geschleppt und von jedem Bette des Hauses das beste Stück: vom alten Winzer das Leintuch, von seinem Weib’ die Decke, von der Tochter das Kopfpolster, vom kleinen Anton der Fußwärmerziegel wurde herbeigebracht, um davon der armen Dirn’ aus dem Ländhofe ein gutes Bett zu bereiten.
Dann aßen sie, dann gingen sie schlafen.
Noch bevor der Felix in seine Dachkammer hinaufstieg, sagte er zum Mädchen ein so warmherziges Wort, daß dem Alten, der es unversehens hörte, der Athem stehen blieb.
Nach all’ der Anstrengung und Angst schliefen die Schiffbrüchigen bald ein. Der alte Froschreiter wachte noch lange und murmelte ein- über’s anderemal: „Ist was dahinter bei diesen zwei Leuten! Ist was dahinter!“
Auch die Winzerin schlief nicht. Es klang ihr so in den Ohren und hinter dem Herde spann die Hauskatze – „’s ist noch nicht richtig!....“
Noch ehe der Tag anbrach, klopfte es am Fenster des Winzerhauses und eine rauhe Stimme rief von außen: „He, Leute, auf, ’s ist was geschehen! – Hat gestern spät Abends oder in der heutigen Nacht Niemand von da wahrgenommen, daß auf der Seim ein Floß herabgefahren wär’?“
Constanze sprang von ihrem Lager auf: „Der Vormund! Das ist ja mein Vormund!“
„Was höre ich denn!“ rief der von außen, „die Constanze? Und da d’rin wäre sie? O Du mein Gott! O Du lieber Gott!“