Felix kommt auf die Länd’

Und die Geschichte ist zu End’.

Den Erzähler könnten wir jetzt verabschieden; wir wissen doch, wie es kommt. Weil der Vormund schon betagt ist und auf sich selber zu schauen hat, so muß die junge Ländhoferin – denn das Erbe des Vaters kann sie nicht ablehnen – dazuthun, daß sie bald einen Wirthschafter findet. Auch muß die Weltordnung so bestellt sein, daß, wenn die Froschreiterin von der Hochzeit träumt, es auch wirklich eine Hochzeit bedeutet. – Zu Martini, wie es die selige Bäuerin vor hatte, ist es wohl etwas zu früh, denn Constanze will der unglücklichen Stiefmutter etliche Wochen stillen Gedenkens weihen. – Aber nach Neujahr, zum Fasching, wenn’s anständig ist, Felix! – Warum denn nicht, der Felix ist allzeit bereit.

Einen seltsamen Gedanken hatte der alte Froschreiter. Unten in der Tiefe der Zollauer Wehr kreisten nämlich tagelang die Trümmer der Plätte und mehrere der Flachsbündel. Und da sagte der alte Winzer zu seinem Sohne: „Weißt, Felix, was ich an Deiner Stell’ thät’? Ich thät’ da unten den schönen Oberviertlerflachs aus dem Wasser fischen und fein brecheln, spinnen und weben lassen – ich sag’, das müßt’ ein gutes Bettzeug geben!“

Das Haus auf der Höhe.

Auf sonniger Bergeshöhe steht ein Haus. Zur Morgenstunde leuchtet es mit seinen röthlichen Holzwänden und seinen hellen Fensterscheiben freundlich nieder in das thaufrische Thal, wo zwischen den Wiesen und silberweiß schimmernden Weidenbüschen der dunkle Forellenbach hinzieht, und wo das Dorf liegt. Zur Morgenstunde hängt stets ein bläulicher Aetherschleier über dem Dorfe, aber die schlanke Kirchthurmspitze ragt heraus und läßt ihr vergoldetes Kreuz in der Sonne funkeln. Und wer nicht Augen hat, diesen Strahlengruß zu sehen, der hat wohl Ohren, das Morgenlied der Glocke zu vernehmen.