Jetzunter geht das Frühjahr an

Nachdem der Fasching begraben und der Michel heimgekehrt war zu seinem Hause, blieb er davor stehen auf dem Lindenplatz. Zwei Stimmungen zogen an ihm, und da konnte er nicht vorwärts und nicht rückwärts. So wohl ihm die Ruhe tat, die Fäden der Geselligkeit waren zu plötzlich gerissen. Die Enden hingen noch wirr an seinem Gemüte. Nun betrachtete er wieder einmal sein Haus – den Stammsitz der Väter.

Behäbig und stattlich steht es da. Des Wohn- und Wirtshauses Unterbau aus Stein und weiß getüncht; große Fenster mit grünen Läden. Das Tor mit braunen Holzbrettchen beschlagen, die ein verschobenes Viereck bilden, in dessen Mittelpunkt der Handknopf ist. Der erste Stock, aus rötlich leuchtendem Holz gezimmert, hat auch eine Reihe Fenster mit hellblinkenden Scheiben. An einer Front der Söller mit den zierlich durchbrochenen Brettchen. Unter dem vorspringenden Dache die Reihe der weißen Schußscheiben, so die Michelwirte sich je erschossen hatten. Aus dem breiten, halbsteilen Dache stehen zwei schneeweiße Schornsteine auf und der Giebel trägt einen Wetterhahn.

Jetzt in der Feiertagsruh ohne Fuhrwerkgeknarre und Gästelärm lag über dem Hause und seinem sich rückwärts in die Gärten und Felder hinziehenden Wirtschaftsgebäude schier etwas Vornehmes. Die Schwarzaugen waren ein altes Bauerngeschlecht und das Schild »Zum schwarzen Michel« hatte keinen Makel.

Als der Michel endlich zum Tore eintrat, wollte gerade der Förster Rufmann herausgehen.

»Dieses Wirtshaus heißt heute beim Kehraus,« sprach der Mann lachend. »Der Gläserkasten steht im Vorhaus, die Kellertür ist verrammelt mit Waschzubern und die Weibsleute krauchen auf dem Fletz herum wie die Schildkröten.«

»Ich sag dir, Rufmann,« entgegnete der Wirt, »vom Herzen bin ich froh, daß sie den Toifel hinauswaschen.«

»Ja, hörst du, Wirt! Wenn das Wirtshaus den Fasching nimmer mag, dann weiß ich nicht, wer ihn sonst mögen soll.«

»Der Satan. In allem Ernst, Rufmann, es ist eine Schweinerei!«

»Einen Katzenjammer hast.«