»Kannst recht haben. Wenn auch nit just im Magen allein. Daß einer die Lumpenkomödie mitmachen muß! Und noch daran eine Freud merken lassen soll. Aber was kannst du machen, wenn du Wirt bist. Mich wundert nur allemal, daß so was erlaubt ist.«
»Weißt, der Wildfang im Menschen muß auch seinen Tag haben. Zum ewigen Gedächtnis, daß er vom wilden Tier abstammt. Hat er sich ausgetobt, dann ist er wieder für ein Jahr ein zahmes Menschenschaf.«
»Muß so was sein. – Aber Paul, du wirst jetzt doch nit fort wollen. Geh, bleib ein bissel da bei mir!« Bei diesen Worten hing der Wirt sich in den Arm des Försters. »Wir gehen in mein Zimmer hinauf. Mußt ein bissel dableiben. – Mariedl!«
Die Kellnerin rief er. Und während sie sich in der kleinen, mit Zirmholz vertäfelten Stube zurechtsetzen am lichten Tisch, zwackt der Förster die Saiten der Zither, die an der Wand hängt. Kommt schon die kleine bucklige Person hereingetrottet. Mit dem weißen Schürzenzipfel will sie sich den Schlaf aus den Augen reiben, auch das Mundwerk ist übernächtig, das Zeug geht nur noch mechanisch weiter: »Was schaffens, Herr von Rufmann? Bier? Wein?«
»Ein Glas Wein.«
»Weißen? Schwarzen? Was zu essen? Schnitzel, Nierenbraten, Geselchtes mit Kren –«
»Schau, daß du in dein Bett kommst!« fährt sie der Wirt an. »Nierenbraten! Geselchtes! Am Aschermittwoch! Geh und schlaf dich aus!«
Während er selbst hinabsteigt in den Keller, stimmt Rufmann an der Zither herum und seinen Baß dazu. »Jetzt gang ich ans Brünnele, trink aber nit …«
Der Michel kam mit einer stark bestaubten Flasche und zwei Kelchgläsern. »So! Vom vielen Trinken drei Tag lang, da wird man durstig. Wohl komm dir’s, Paul!«
»Ich komm dir!« dankte der Förster, und nach dem Trunke: »Ist es wieder recht würdig ausgefallen, das Begräbnis?«