An diesem Tage erschien auf dem Bauplatz noch ein zweiter, den sie Lust hatten auszulachen. Taten es aber nicht, denn er war sehr zutunlich und offenherzig. Der Fremde war’s, den sie den Nathan hießen, oder auch den Preußen, der in seinem schwarzen Anzug, mit den Feldblumen auf dem Hute, immer so herumging, ohne daß jemand wußte, weshalb.

Nathan Böhme beglückwünschte die Leute, daß sie hier ein modernes Sägewerk bekommen sollten, worauf einer der Arbeiter entgegnete: »Was geht uns das Sägewerk an, Lohnerhöhung möchten wir haben.«

Gegen die Mittagszeit bildeten sich drei Herde, wo gekocht wurde.

Als ein Zimmermannsjunge für seinen Herd ein paar alte Bretter hernehmen wollte, die von der Ach angeschwemmt worden waren, machte ihn ein Kamerad aufmerksam, daß die Bretter gewißlich von der Eustachkapelle herrührten, die der Schneeball zerstört hat. Sie waren noch so zusammengenagelt und von dem Spruche standen noch die Worte: »In Ewigkeit Amen« drauf.

»Wirst aus dem geweihten Holz doch nit Sterz kochen wollen?«

Da legte der Zimmermannsjunge die Bretter wieder ehrerbietig an das steile Flußufer, wo sie über die runden Kieselsteine ein wenig niederwärts glitten. Es war anderes Brennholz genug vorhanden auf dem Zimmerplatz.

Und dann begannen die drei Völker sich auszuleben. Die Böhmen kochten Powidl, die Italiener Polenta, die Deutschen Brennsterz. Darüber war Nathan Böhme vergnügt, und er wollte es als Beispiel geben, daß Kraft und Macht der Völker aus der Einigkeit und aus der vegetarischen Nahrung komme.

Dann setzten sie sich in drei Gruppen zusammen, die Böhmen an die Weiden der Ach, die Welschen auf einen sonnigen Steinhaufen, die Deutschen in den Schatten einer breitästigen Fichte, die auf der Matte stand. Dann huben sie an, aus riesigen Pfannen zu essen; die Deichgräber packten und zerrissen ihre Kuchen mit den Fingern und schoben die großen Brocken in den Mund. Die Maurer stachen ihren Polenta hastig mit breiten Gabeln auf, und die Zimmerleute huben ihren Sterz mit großen Löffeln aus, langsam und wuchtig.

Nathan, der sich ein wenig abseits auf den Rasen gesetzt hatte, bewunderte die Eigenheit und Tüchtigkeit dieser Leute, die auch im Essen hervortrat.

Elias wollte just sein Überröcklein nehmen, das er an den Baum gehangen hatte, um ins Forsthaus zu gehen, stand aber jählings still und horchte. Dann trat er einige Schritte hintan, zog sein Hütlein vom Haupte, faltete die Hände und betete.