»Wenn du mir keins gibst, sollst es auch nit wissen.«
»Gut, so will ich’s auch nicht wissen.«
»Natürlich! Der junge Pfaff ist ja auch einer, der mich erziehen will. Jetzt will mich ja alles erziehen, weil ich zu wenig fromm bin, ein Lump bin! Weil ich um zwei Heller würfeln tu und weil ich junge Weibsbilder lieber hab’ wie Kirchenfahnen. Hast es schon gehört, der Gerhalt will mich ja nächst Wochen auf die Bank legen lassen.«
»Den bring ich um!« kreischte der Student auf, wie er sein Lebtag nicht aufgekreischt hatte. Dann mußte er lachen.
»Was das für ein dummes Wort ist,« sagte er. »Weil es so viele rohe Leute gibt da im Gebirg, so gewöhnt man sich das an. Für mich ist’s Zeit, daß ich wieder in mein Seminar komme. Und du sollst die Leute reden lassen und dir nichts draus machen. Wirst schon noch drauf kommen, daß Unrecht leiden immer zum Guten ausfällt. Was bedeutet denn alles miteinander? In ein paar Jährlein ist’s vorbei und wir haben den Lohn bei Gott im Himmel.«
»Bissel ein Vorschuß, wenn er mir wollt schicken.«
»Tu nicht immer so freveln, Bruder. Denk doch dran, daß wir Vorschuß genug haben von Gott. – Jungheit, Gesundheit, einen guten Vater und so viel noch, was andere nicht haben. Sollst nicht so unzufrieden sein, du, mit deinem schönen Namen Fridolin.«
»Kommt auf dich an, du, mit deinem schönen Namen Elias. Leih mir zwanzig Kronen.«
»Also, wozu brauchst du jetzt so viel Geld?«
»Hau, ich werd der Narr sein und dir’s stecken. Daß du mir noch weniger was gibst. Natürlich ist’s wieder eine Lumperei! Daß man einen Wettermantel braucht im Holzschlag, oder eine Taschenuhr! Kommst um eine Viertelstund zu spät, schimpft der Meisterknecht. Und nächsten Monat, wenn mich der Vater auf die Seealm geben will – soll ich mich da leicht hinausstellen auf die Weid und schauen, wann mein Schatten auf Zwölfe zeigt?«