»Herr Bruder,« rief der Friedl lachend, »ich gratulier! Wir werden alle Tag gescheiter.«
So trieben es die Brüder miteinander. Aus jedem Zwiste der beiden verschiedenen Naturen fanden sie sich vermöge Friedls Humor und Elias’ Sanftmut wieder zurecht. Manchmal aber strich wie ein flüchtiges Wehen die Ahnung über sie hin, als stünde ihnen etwas Besonderes zu, um Streit und Treue.
Der verkrachte Weltverbesserer
»Habens vielleicht was zu waschen, Herr Böhm?« fragte die Kellnerin Mariedl, während sie die Stube aufräumte, den Fremden, der am Fenster lehnte und hinaussah.
»Ich? Zu waschen? Nein. Ich habe niemals zu waschen. Da draußen in – Ruppoldsbach, oder wie’s heißt, habe ich erst frische Wäsche eingekauft. Was ich abwerfe, das können Sie dem Alten geben, der da draußen bei der Bienenhütte sitzt.«
Er hatte tatsächlich ein frisches Wollenhemd am Leibe.
»Sagen Sie ’mal, Mamsell, um wie viel vor dem Auszug aus Ägypten muß man denn hier das Logis kündigen?«
»Was sagens? – Ja so. Werns a weil kündigen. Wenns gehen wolln, gengens halt.«
»Mich dünkt, es hat niemand was dagegen.«
»Der Herr Böhm sind keinem Menschen im Weg gewesen. Heut werdens aber doch noch da bleiben. Heut wird g’sungen nachmittag.«