»Und schon gar, wenn Sie noch nie im Hochgebirg sind gewesen,« bemerkte der Förster.

»Ich noch nie im Hochgebirge?« lachte Böhme. »Fragen Sie mal den Bergführer Partenoner in Trafoi, das ist in Tirol. Vielleicht kann Ihnen der Mann etwas erzählen. Aber in eurem Mittelgebirge hier bin ich gewohnt, allein zu marschieren.«

»Wie der Will,« sagte der Michel, »da hinüber im Frühjahr – raten möcht ich’s nit. Na, das sollens nit tun.«

»Also gut, dankbar für Ihre Sorge. Dann, Herr Wirt, hätten Sie vielleicht die Gefälligkeit, mir einen Führer zu besorgen?«

»Ist auch so eine Sach mit einem Führer jetzt. Die Leut sind noch im Anbauen. ’s wird niemand recht Zeit haben.«

»Es verdient sich einer ja etwas.«

»Macht nix. So lang der Bauer sein Feld nit fertig hat, nimmt er sich zu nix Zeit. Am Sonntag, da kriegens schon wen.«

»Am Sonntag. Ich fürchte, daß das Wetter nicht halten wird.«

»Lange bleibt es nicht mehr so,« redete nun wieder der Förster Rufmann dazu. »Seit gestern geht der Landwind. Die Ameisenhaufen sind auch nicht recht lebendig, schon seit ein paar Tagen nicht mehr. Ich möchte raten, daß der Herr über Sandau geht und über den Sandaupaß ins Kulmtal. Fahrstraße, kinderleicht.«

»Und um eine Tagereise länger,« wendete Böhme ein. »Sandaupaß ausgeschlossen. Ich wage es morgen mit dem Rauhruck.«