Der Michel zuckte die Achsel: »Na ja, wem nit zu raten ist!«
»Bis auf die Seealm,« sagte der Förster, gegen den Wirt gewendet, »da wüßte ich schon einen Schick. Da könnte er sich meinen Söhnen anschließen. Sie gehen morgen hinauf, weil die Almhütte einzurichten ist. – Die fürstliche Gutsverwaltung will die Sennerei doch wieder in Betrieb setzen.«
»Ihre Söhne gehen morgen ins Gebirge?« sprach Herr Böhme. »Das ist schön, Herr Förster, – da jehen wir mitsammen. Famos!«
»Will’s ihnen sagen, daß Sie mit wollen. Aber zeitig früh. Um sechs Uhr Abgang vom Forsthaus.«
Damit stand der Förster auf, nahm Hut und Stecken und ging auffallend rasch davon. Durch das Fenster hatte er den Ortsvorstand kommen sehen, und mit dem hatte er jetzt nichts zu tun.
Der Gerhalt trat ziemlich viereckig in die Gaststube, setzte sich dann an den Tisch und verlangte ein Glas Apfelmost.
»Einen Wein tragt’s nimmer jetzt,« brummte er; das war auf den Förster gemünzt, der seinen Sägewerkbetrieb zugrunde richtete. »Was ich dich fragen wollt’, Michelwirt, gehst auch mit in die Kirchen? Mit der Pichelbäuerin. Heut nacht hat sie’s überstanden.«
»Gott sei Dank!« rief der Michel aus, »daß die erlöst ist, die arme Haut. Der Herrgott gibt immer einmal lang zu, aber endlich macht er’s halt doch recht.«
»Wenn nur nit bald auch ein zweites nachruckt!« sagte der Gerhalt, »dem’s wohl noch ein bissel zu früh wär. Der Zimmermann Josef. Soll an der Lungenentzündung dahinliegen.«
»Der Zimmermeister? Ist der nit erst vor etlichen Tagen bei mir g’west? An dem Tisch da, wo wir sitzen!«