Auch der Förster horchte hin und meinte, das sei gewiß wieder einmal erstunken und erlogen, sonst müßten seine Buben davon wissen. Die seien gestern auf der Alm gewesen, kein Wort von so was …
Als er mit dem Friedl darüber sprechen wollte, war der Bursche nicht da, und jemand sagte, er habe ihn den Waldsteig hinabgehen gesehen.
Bald ging auch der Förster heim, und als er unten an den Weg am Waldrande kam, schritten zwei Zimmerleute vom Sägewerk daher. Die fragte er, wie es dem Zimmermeister Josef gehe.
»Wie’s halt gehen kann bei einer schweren Lungenentzündung. Aber sonst ist was. – Habens schon die Neuigkeit gehört, Herr Förster? Der Preuß oder wer er war, der sich beim Michelwirt hat aufgehalten, den habens am Rauhruck tot gefunden. Ist erstochen worden!«
Der Förster eilte seinem Hause zu. Dort im Hofe war der Friedl und spielte mit dem Kettenhund. Ein Holzstückchen hielt er ihm vor die Schnauze, und wenn das Tier danach schnappte, zuckte er damit zurück, so daß es bei diesem Scherz schon lebhaft wurde und der Hund dem flinken Burschen angriffsweise an die Brust sprang.
»Laß den Hund in Ruh! Und sag mir, warum du so eilig bist fortgelaufen auf dem Ringstein.« Den alten Mann klemmte es in der Brust, er war zu schnell gegangen.
»Ich – wegen was ich fort bin?« entgegnete der Bursche gleichgültig. »Wenn ich die Wahrheit soll sagen, ’s ist einer oben, der mir nit ansteht.«
»Der Schnapperjosel?«
»Der Schnapper? Ist der auch oben? Na, der geht mich nix an. Den mein ich nit.«
»Der Schnapperjosel ist heute von der Alm herabgekommen und weiß zu sagen, daß beim Rauhruckkar ein Toter gefunden worden wäre. Und heißt es, der Nathan Böhme! Und wäre umgebracht worden …«