Dann hub er an, ganz leichthin so zu sprechen: »Jetzt hör einmal, Rufmann. Das ist lange nicht so schlimm als es aussieht. Du wirst es sehen. Wieviel hundertmal ist es schon geschehen, daß unglückliche Zufälle einen Verdacht aufgebracht haben und hat sich alles wieder gelöst. Ein weiterer Zufall und es klärt sich auf. Daß sie unschuldig sind, meine Hand ins Feuer! Daß er eingestanden hat! Natürlich hat er ›Ja‹ gesagt, wenn sie ihm einmal so zusetzen, da weiß der Mensch ja nimmer, was er spricht. Schade, daß ich nit bin dabei gewesen. Ich wollt’s ihnen gezeigt haben, denen Herren, wie weit’s erlaubt ist, daß sie gehen dürfen bei so einem Verhör. Und ich fahr’ noch heut nacht nach Löwenburg und geh’ zum Präsidenten.«

Ein trauriges Lächeln hat gezuckt um die Lippen des alten Mannes. »Ich danke dir, Freund. Aber was du jetzt gesagt hast, du glaubst es selber nicht.«

»Deine Verwirrung ist ja begreiflich, Paul. Aber schau, nur nit krank werden darfst uns. In ein paar Tagen kann alles anders sein; wir werden noch oft singen miteinand.«

Der Förster war wieder ganz bewegungslos ein Weilchen. Plötzlich sagte er: »Ich will jetzt aufstehen.«

Langsam hob er sich aus dem Bette und zog sich an und ging zum Waschbecken. Er war plötzlich ganz aufrecht.

»Michel, du könntest so gut sein und mir etwas Wasser holen beim Brunnen. Ich habe mich heute noch nicht gewaschen.«

»Wasser ist wohl im Becken.«

»Will ein frisches.«

Während der Wirt in die Küche hinausrief nach der Sali, sie möge Wasser bringen, war der Förster rasch in die Nebenstube geeilt. Der Michel konnte ihm noch in die Arme fallen, als er das Schußgewehr von der Wand reißen wollte.

»Das brauchst du jetzt nit, Rufmann, das brauchst du jetzt nit!«