»Wenigstens lassen wir sie früher essen,« sagte sie. »Mein Gott, wie einem diese Buben derbarmen!«
Er beneidete die Frau um dieses arglose Erbarmen. Wie selig süß das war im Vergleich zu dem, was er auf sich hatte!
Dann ging er wieder in die Gaststube und setzte anders ein. Er schenkte neuerdings die Gläser voll: »Nur fest trinken, Buben! An so einem Tag kann man sich schon ein Spitzel gunnen. Nach einem solchen Sturm. Wie ihr tapfer seid gewesen. Leben sollt ihr! Gott erhalte euch! Und was immer mag kommen, wir drei halten zusammen. Sollt einmal eine Veränderung sein im Forsthaus oder wie – daß ihr’s nur wißt: Im Michelwirtshaus seid ihr daheim.«
Gleichzeitig standen die Burschen vom Tische auf und der Friedl rief plötzlich: »Michelwirt! Mit unserem Vater ist was geschehen!«
Und darauf antwortete der Wirt: »Kinder, wie wäret ihr sonst auf den Kirchhof gegangen, wenn ihr’s nit schon tätet wissen.«
Elias rührte sich nicht und blieb stumm. Der Friedl aber gab einen gellenden Schrei. Dann warf er sich auf den Tisch nieder und weinte laut. Und dazwischen hervor rief er zornig: »Was ist ihm geschehen?«
Und der Wirt zagend und gedämpft: »Ertrunken«.
»Ertrunken!« Der Bursche hielt den Kopf und hielt ihn mit beiden Händen. »Ertrunken! So ist kein Mensch bei ihm gewesen? So habens ihn allein gelassen!«
»Allein gelassen wohl nit …«
Jetzt kein Halten mehr.