Als sie hinausgingen, stand im Hintergrunde des Vorhauses das schlanke Mädel und schaute her. Er hat sie gesehen und nicht gesehen. Sie warteten nicht ab, bis eingespannt war, sie lehnten den Wirt ab, der sie begleiten wollte.

Als ob hinter ihnen etwas Feindliches her wäre, so eilten sie hin am Waldsteig, und in der Abenddämmerung sahen sie das Forsthaus vor sich liegen. Und hörten dort stoßweise weinen. Als sie in den Hof kamen, sahen sie, daß es der Waldl war. Und als der Kettenhund die Heimkehrenden bemerkte, da wurde sein Heulen noch kläglicher. Er sprang sie nicht an, wie sonst, wenn sie sich nahten, er lag auf der Erde, deren Sand er aufgescharrt hatte; feucht unter den großen schwarzen Augen, so schaute er sie an und heulte und wimmerte leise, als wollte er ihnen alles Schreckliche erzählen, was geschehen war.

Zum Tore kam die alte Sali heraus, langsam, gab ihnen aber nicht die Hand. »Unser Herrgott weiß es! Weil nur ihr da seid! Weil nur endlich ihr wieder da seid! O du liebe Frau im Himmel oben, die Freud, wenn er das noch hätt erlebt!« Weinen tat sie nicht.

Elias hatte fast nicht den Mut, ins Haus zu treten. Nicht vor dem toten Vater konnte er sich fürchten, aber vor seinem zürnenden Geiste …

In der Stube, vor dem Marienbilde an der Wand, brannte eine rote Ampel. Sie brannte seit drei Tagen.

»Und solang ich in dem Haus bin, wird sie nimmer auslöschen,« sagte die Sali.

Aber als Elias in der Stube allein war, nahm er die Ampel von ihrer Leiste herab und stellte sie über dem Tische auf die Wandeckstelle, wo das Kruzifix stand. Maria, unsere Fürbitterin! Aber das Licht gehört ihm allein.

So waren sie jetzt daheim.

Und in dem Augenblick, als sie in dieses Haus getreten, wußten sie auch, hier waren sie fremd geworden.

Verwirrt und betäubt gingen sie eine Weile umher, gingen nur so umher und konnten nichts denken. Sie gingen in sein Zimmer, in die Kanzlei, in alle Stuben und Kammern und waren immer überrascht, den Vater nicht zu finden. Sie sahen sein Gewand, sein Gewehr, seine Bergstecken, seine Pfeife, seine Laute – alles, nur ihn selbst nimmer.