»Ja, Michel, was willst du denn fangen?« fragte ihn einmal jemand. Er schwieg, blieb sitzen am Ufer und hielt die Angelstange über das Wasser.
Ein andersmal wieder Stunden, da der Michel scheinbar schalkhaft war wie in früheren Zeiten. So sagte er eines Sonntags auf der Straße zu den Kirchgängern: »Wißt ihr es schon? Gestern früh um sechs Uhr ist in Löwenburg der Michelwirt von Eustachen gehenkt worden.«
Da schüttelten sie die Köpfe: Der Mensch ist halt doch ganz und gar verrückt!
Nur einer war, der augenzwinkernd murmelte: »Ich weiß wohl, wie’s gemeint ist. Weil die Eustacher damals gesagt haben: Der Michelwirt ist’s gwest, der den Preußen …! Keiner hat ihm’s abgebeten. Der Krauthas ist gestern hingerichtet worden.«
»Der Krauthas?« fragte der Michel, der die Bemerkung wohl gehört hatte, »da müßte er doch selber was davon wissen. Er weiß nix von der Hinrichtung, ich weiß was davon. Also bin ich hingerichtet worden!«
Würden ihrer etliche nachdenklich und hatten einen Schauder. Wenn’s einer danach auslegen wollte, es sei was dran.
Der Michel schrie es heftig auf die Kirchgänger hin: »Ja, ja, ihr braven Leut von Eustachen! Das Gestorbensein spürt nur der Überlebende!« und schlug die Faust an seine Brust.
Klingende Gespenster
Eines Tages war kleine Völkerwanderung aus den Dörfern nach dem Hochtal. Im Forsthause fand die Versteigerung der Rufmannischen Habseligkeiten statt.
Auch der Michelwirt spannte ein. Mit einem Glase Wein hatte er sein Herz gestärkt und die große Brieftasche in den Sack gesteckt. Dann nahm er den Einleger mit, den krüppelhaften alten Wenzel. Der wußte gar nicht, wieso er zur ergötzlichen Spazierfahrt kam. Als sie in den Wagen stiegen, gab es noch einen Rangstreit. Der Wirt wollte, daß der Wenzel rechts sitze.