Jeder Gegenstand, der dran kam, wurde niedrig ausgerufen und dann aufgezeigt. Das ging flau, aber der Michelwirt steigerte überall mit. Manches Stück trieb er fabelhaft hoch hinauf und dann blieb es ihm in der Hand. Und anderen kam das, was sie nicht lassen wollten, teuer zu stehen.
Der Beamte mit dem Hammer war ein humoristischer Mensch, wie es alle Versteigerer sind. Zu jedem Stück, das er ausrief, besonders wenn es sehr unbedeutend war, machte er eine spaßhafte Bemerkung, um die Aufmerksamkeit der Leute darauf zu lenken. Zu dem Stück, das er jetzt in die Hand nahm, machte er keine, sondern zog das Gesicht breit, wiegte mit dem Kopf, zupfte an den Saiten – klim, klim! und sang: »O du lieber Augustin!« Die Laute war’s.
Dann bot er sie aus um fünf Kronen.
Dem Michel gab’s einen Stich. Diese Laute, seine Laute um fünf Kronen.
»Ich gebe zehn!« rief er.
»Ich gebe fünfzehn!« kreischte jemand in der Menge. Das war der Einleger Wenzel. Die Leute lachten, aber der Versteigerer entdeckte seine Amtswürde und rief: »Ernster Weise!«
»Ist auch ernster Weis,« gab der Einleger zurück. »Ich mag’s Kirtharl um fünfzehn Kronen. Man kann nit wissen. In so alten Möbeln ist immer einmal was versteckt.«
»Fünfzehn Kronen! Wer gibt mehr?«
»Fünfzig Kronen!« rief der Michelwirt.
»Hundert Kronen!« kreischte der Einleger.