Aft steh ich wieder auf …«

Was war denn das hinter ihm? Eine Stimme. Eine Baßstimme. Er wendete sich um. – Es war niemand da. Er war ganz allein.

Seinen Gästen zeigte er sich gar nicht mehr. Aber spät abends saß er noch auf seinem Zimmer und verlangte nach Rufmann. Sagte Frau Apollonia: »Schau, mein lieber Mann, das Trinken so viel ist nit gesund. Leg dich in Gottes Namen schlafen.«

Und wenn er dann in seinem Bette lag, kamen die Klänge eines längst verlorenen Singens. – – – »Wenn ich aufdenk auf mein junges Leben, wo ich überall bin umerglegen.« – Gute und böse Zeiten, wie sie halt kommen. Erdenleben heißt man’s. »Ich ging einmal im grünen Wald, da hört ich die Vöglein singen.« – Ist denn das auch einmal wirklich gewesen? Oder ist es erst jetzt, wie ich so dran denke? Der Freund ist ins Wasser gegangen, die Kinder haben sich verlaufen. »Verlassen, verlassen, wie der Stein auf der Straßen.« Wenn man’s nur kunnt auslöschen, wie mit dem Schwamm auf der schwarzen Tafel die Ziffern. »Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht.« – Schlafen. Ich möcht schlafen! So spat in der Nacht. »Alles ist still, wie in der ewigen Ruh.« – Aber das Wehleid! das Wehleid! ’s will halt nit aufhören. – Ei was, Dummheiten! ’s ist ja nix. ’s ist alles miteinander nix … Legen wir uns einmal auf die andere Seiten. Auf der linken Seiten liegen, da druckt alles so aufs Herz. Legen wir uns auf die rechte. Und lassen uns was Gutes träumen.

Auf der rechten Seite lag er sanfter. Er merkte, es schliche der Schlaf heran. Da ist er auf der Lauer, den möcht er doch einmal erwischen, um zu sehen, wie es zugeht, wenn einer einschläft. Kein Mensch ist noch dabei gewesen, bei seinem Einschlafen. – Was ist denn das? Hat jetzt nit wer auf der Laute gespielt? – »Apollonia!«

Sie hat einen leichten Schlummer, hebt ein wenig ihr Haupt: »Hast was g’sagt, Michel?«

»Hältst du’s? Die Laute! Der Rufmann! Im Nebenzimmer. Der Rufmann singt!

Und die Holzknechtbuben,

Müssen fruh aufstehn,

Müssen’s Hackerl nehmen –«