»Was ist denn das?«
»Was ist denn das jetzt g’wesen?« –
»Schon wieder!«
»Die Lahnen! Die Lahnen!«
Sie stürzten vor die Tür.
An den Hängen hallten die Donner. An mehreren Stellen sah man es über den Waldwipfeln hoch aufstäuben. Dort drinnen über die weiße Fläche der Wildwiesen herab glitt scheinbar langsam und schwer eine Masse, hinter sich einen breiten, dunklen Streifen lassend. Aber fast gleichzeitig brach es auch vom nahen Berghang herab, daß der Boden schütterte.
Der Köhler faßte seinen Kopf mit beiden Händen, eilte in die Hütte zurück und wimmerte. Das war ein anderes Wimmern als vorher um das Magenweh. Ein Stöhnen der Angst war’s jetzt, ein wahrhaftiges. Und als der Friedl hineinlief, um seinen Hut zu holen, umschlang der Köhler ihm die Beine und wimmerte: »Bleib! Bleib da! Mein liebster Herr Friedl, bleib da bei mir. ’s ist der jüngste Tag.«
»Der ist noch lang nit, schwarzer Kohlenbrenner! Morgen kriegst das Geld für den Rosoli.«
Und haben ihn allein gelassen in seiner Armensünderangst.
Gegen Abend, als der Schnee fror und es in den Bergen wieder ruhig geworden war, gewann der Krauthas auch seinen Mut. Als er die Gläserreste auf den Erdboden goß und Ordnung machte, sah er auf dem Tisch etwas Glänzendes liegen – ein schönes Zeuglein. Er beguckte es von allen Seiten, kniff die Lippen ein: »Schau, schau, da hat mir einer ein Präsentel gemacht. Das ist gescheit.«