»Magenweh? Ich weiß nix davon,« lachte der Friedl.
»Der Teuxel brennt schon wieder aus!« kreischte der Köhler und tat, als wollte er hinaus zu den Kohlenmeilern, um Flämmchen zu dämpfen.
»Na, na, Krauthas, er brennt nit aus,« sagte der Gerhalt, »du bleibst hübsch da in der Hütten und tust uns deine Sachen aufzeigen.« Auf den Gendarmen weisend: »Der Herr da ist so viel neugierig, was du alles hast.«
Als der Friedl merkte, hier werde es ungemütlich, ging er davon, eilte in den Teschenschlag zu seiner Arbeit. Unterwegs dachte er noch: Futsch ist das schöne Messer! Aber dem Elias nichts sagen.
In der Kohlenbrennerhütte begann die Hausdurchsuchung. Die Truhe barg ein halb Dutzend Schnapsplutzer. Unter dem Riedheu ein Branntweinfäßchen. Wie bedenklich viele Magenleidende es doch in der Bärenstuben geben mußte! In der Ecke hinter einem Bretterverschlag ein Haufen alter Kleider, darunter ein Lodenrock. Der kam dem Gendarmen so groß vor, daß er ihn entfaltet in die Luft hinaushielt: »Krauthas, schliefens einmal in diesen Rock ’nein!«
Doppelt schlug der Lodene dem hageren Manne um den Leib zusammen. Da sagte der Kohlenbrenner: »Ein armer Teufel, der sich sein Gewand muß zusammenbetteln, kann es sich freilich nit anmessen lassen.«
»Was ist denn das?« fragte der Gendarm und zog aus der Fletzrunse einen eisernen Pechschaber hervor.
Der Krauthas tat ärgerlich. »Jetzt liegt alleweil noch die dumme Pechkratzen umeinander. Schon im vorigen Herbst hat’s ein Holzknecht, oder was er ist g’west, dagelassen.«
»Du Krauthas!« rief der Gemeindefürstand und er tat’s mit amtlich erhöhter Stimme. »Du weißt, daß das Pechschaben verboten ist. Ein Ameiseierhäfen hast auch dort unter dem Glump. Ich hab’s schon gesehen. Und wer’s nit sieht, der riecht’s. Daß das Ameisgraben verboten ist, weißt auch. Zweimal hab ich dir schon Verwarnung zugeschickt. Soll ich dich einsperren lassen?«
»Ich bitt, Herr Fürstand,« jammerte der Köhler und stand fast gebrochen da. »Wildern tu ich eh nimmer.«