»Ich glaub’s. Weil gar kein Wildbrat mehr umlauft. Vom Pechern ist jetzt die Red! Und leicht noch von was anderem! – Oho! Bleib nur da, Krauthas!«
»Ich bitt, Herr Fürstand, ’s Kohlenbrennen tragt nit viel.«
»Mußt schon so gut sein, Krauthas, und mußt uns ins Steingrabel hinaufführen.«
»Ins Steingrabel? Ja wegen was denn nit! Der Steig ist halt schlecht jetzt im Frühjahr, wird noch aller verschneit sein.«
Er war aber nicht verschneit, der Steig, er war leidlich ausgetreten. Der Köhler trachtete links ab gegen die Erlstauden.
»Na, na, Krauthas, ins Steingrabel wollen wir!«
»Im Steingrabel ist wohl nit viel Rars zu finden. Und tun jetzt auch alleweil die Lahnen gehen.«
»Macht nix, wir wollen just einmal ins Steingrabel.«
Und in dem versteckten Waldwinkel, in der Höhlung eines Felsens hatte der Krauthas seine Branntweinbrennerei. Mehrere Säcke voll gedörrter Ebereschenbeeren, Heidelbeeren und mancherlei Kräuter- und Wurzelwerk. Auch halbverfaulte Schwämme und Unrat in einem Haufen. Aus rohen Steinen waren kleine Öfen hergerichtet, über denselben berußte Kessel, unter denselben Holzscheiter, just zum Anzünden.
Als der Krauthas sah, seine Destillationsanstalt wäre entdeckt, meinte er, es sei am besten, aus der demütigen Bittweise zum kühnen Angriff überzugehen. Wenn man den Leuten auch noch ihren letzten Erwerb wegnähme, da müßten sie stehlen gehen oder noch was Ärgeres. Was er ihnen getan habe, daß sie ihn zugrunde richten wollten, wie sie seinen Vater zugrund gerichtet hätten. Wie sie dem braven armen Mann die schöne Wiese abgegaunert hätten mit der Siebentalerwette, das hab’ er sich gemerkt. Und wenn reiche Leute schelmen und rauben dürften bei hellichtem Tag, so werde ein armer Hascher wohl auch noch ein bissel Pech und Branntwein brennen mögen. »Oder nit? Oder will der Herr Durchlaucht, oder wem’s gehörten, die Ebereschenbeeren selber fressen?«