So heftig war er geworden, daß sein dünnes Stimmlein mehrmals überschlug.

Der Gendarm hatte am schwarzledernen Lendengürtel, neben der Stilettscheide, zwei Handschließen aus glänzendem Stahl hängen. Die nahm er jetzt vor. Aber der Gerhalt meinte, das Wichtigste sei, die Sachen in Beschlag zu nehmen. Sie hoben die Kessel aus den Öfen, schleppten solche herab in die Hütte, taten den eisernen Pechkratzer dazu und allerlei Verdächtiges, das banden sie mit einem Strick zusammen. Der Gerhalt schrieb mit dem Bleistift schwerfällig auf ein Stück Papier: »Dem Bartel Krauthas weggenommen. Martin Gerhalt, Fürst.«

Als sie mit dieser Arbeit beinahe fertig waren, kam der Förster Rufmann daher. Er hatte auf seiner Waldlehne die Markierung geleistet und wollte nun in der Hütte einkehren auf einen Tropfen Schligerwitz. Er wollte sich stellen, als sei er der Meinung, daß der Köhler arglos manchmal einen Plutzer Zwetschgenbranntwein aus Ruppersbach halte, für sich und zur Magenstärkung für andere. In Wahrheit gedachte er dem Krauthasen auf die Schliche zu kommen.

Kaum der Krauthas in seiner Bedrängnis des Försters ansichtig wurde, tat er einen Freudenschrei und fiel vor ihm auf beide Knie. Und bat unter Händeringen um Hilfe. Man wolle ihm sein Restlein Habschaft wegnehmen, er sei ein blutarmer Teufel und müsse sich in die Ach legen, dort wo sie am tiefsten. Dem Förster war es bald hinterlegt, daß er hier den Pechschaber und Ameisengraber vor sich habe. Doch eben, weil man den Mann nun hatte, der auch gar nicht weiter leugnete, war sein Zorn verraucht. Jetzt konnte man sich vor ihm ja leicht schützen. Der Schlucker tat ihm schon leid.

Als der Gendarm den Krauthasen nun fesseln wollte, um ihn bequemer einführen zu können, brummte der Fürsteher: »Ist eigentlich eine dumme G’schicht. Jetzt gehen wieder die gerichtlichen Scherereien an.«

Und sagte der Förster: »Ich denk’, meine Herren, das tun wir nicht. Im Kotter wird der Mensch zwar älter, aber nicht besser. Das Brennen kann ich ihm nicht erlauben und nicht verbieten. Ist Sache des hochgebornen Herrn Staates, zu wachen, daß die Grafen und Juden in Galizien in ihrem Erwerb nicht geschädigt werden. Aber die Ameishaufenschleiferei und die Pechschaberei ist meine Sach und die soll ihm für diesmal geschenkt sein. Viel wird er’s nimmer treiben. In etlichen Tagen, bis diese Meiler abgekohlt sind, soll er schauen, daß er weiterkommt!«

Damit war der Krauthas freigesprochen und davongejagt.

Locken, locken, Eier locken!

In Eustachen und weiter herum ist es Sitte, daß zur Osterzeit in allen Häusern, wo es junge und auch ältere Dirnlein gibt, Eier hart gekocht und rot gefärbt werden.

Die Hühner tun um diese Zeit das ihrige. Jede hat ihr besonderes, von der Hausmutter sorgsam gehütetes Nest, wo sie dem Tag oder dem zweiten Tag ihr Ei legt. Und wenn eine ihre Frucht an unbekannter Stelle ablegt, so gackert sie nachher so heftig und lange, bis auch dieses »vertragene« Ei aufgefunden wird. Da brauchen in einem hühnerreichen Hof die Leute bloß zu sammeln. Nun, und um die Osterzeit werden solche Eier in kochendem Wasser mit Farbstoff rot gefärbt. Manch eine Maid hält einen ganzen Nähkorb voll roter Eier bereit und wartet auf die Eierlocker. Denn die jungen und älteren Knaben, zu einzeln oder in Gruppen, gehen um diese Zeit von Haus zu Haus »Eier locken«. Bei den kleinen Buben sind die Eier Hauptsache, bei den großen die Maidlein, so sie spenden.