Der Friedl, der sich erst den Lehm aus dem Mund sprühen, aus den Augen reiben mußte, sah es wohl ein, daß er in seiner schmutztriefenden Gestalt für alles unmöglich war; er flüchtete sich in das ihm vorgeschlagene Versteck, um sich in den Jägeranzug des Wirtes zu hüllen.
Der Wirt selbst hatte stark im Gastzimmer zu tun. Dort waren sie während seiner Abwesenheit glücklich raufend geworden und hieben mit Fäusten und einstweilen noch zugeklappten Messern aufeinander. Die Weibsleute hatten sich in die Küche eingesperrt. Der Hausknecht versuchte, den Frieden mit einem Heugabelstiel herzustellen. Den Stiel fing ihm ein Bauernbengel ab und wollte dann den Hausknecht behandeln wie ein Fuder Heu, da trachtete dieser seiner eigenen Sicherheit zu. Mitten ins Gepolter hinein trat nun der Michel. Da duckten sie ein wenig ab. Vor dem kleinen schwarzen Mann hatten sie Respekt. Wußten nicht warum, aber hatten ihn.
»Ja, Leuteln, was machts denn da!?« sagte er.
Mit gellendem und mit heiserem Geschrei wollten sie ihm die Ursachen des Streites beibringen; jeder war der Unschuldige und alle anderen waren die Lumpen und Hunde und Ochsen. Jeder rief den Wirt zum Schiedsrichter an und verlangte, daß er die anderen durchhauen helfe, wenigstens durchhauen lasse. Blut gab es auch schon, einstweilen nur aus den Nasen.
»Aber Nachbarn und Kameraden,« rief der Wirt, »wenn ich vermitteln soll, so muß der Handel erst ruhig besprochen werden. Das wollen wir auf dem Anger draußen machen. Unter den Linden. In der Stuben ist mir die Luft zu schlecht.«
Schreiend und lallend torkelten sie über die Schwellen hinaus, und als alle draußen waren, schrie ihnen der Michel nach: »Geht heim und schlaft euch aus!« Und warf hinter ihnen die Tür ins Schloß.
So ist der Bauernfeiertag würdig beschlossen worden.
Zwei Knaben gehen aus bei der Nacht
Es war tiefnächtig.
Elias lag im Bette und seine frommen Betrachtungen über den Schlaf gingen in diesen über und wurden Träume. Da kam der Friedl nach Hause. Manchmal schon war er zur Nachtzeit heimgekommen, aber so vorsichtig hatte er die Tür noch nie auf- und zugemacht, so leise war er wohl noch nie durch die Stube geschlichen. Ohne Licht zu machen, zog er sich aus, pferchte das Gewand auf dem Boden seines Kastens zusammen und suchte seine Werktagskleider hervor für den morgigen Tag. Niemand sollte es wissen, was ihm passiert war. Dann aber schrie er aus dem Schlafe auf, so laut, daß Elias wach wurde. Der glaubte, den Namen Kruspel gehört zu haben. Am nächsten Morgen fiel es ihm auf, daß der Friedl nicht lustig war, daß er schiefe Wangen hatte und am Kinn eine Hautabschürfung.