So ein Kindl, wenn’s auf die Welt kommt, wie man da gleich meint – was Apartes. Nachher in der kindlichen Unschuld, mit dem weichen, guten Herzlein, mit den hellen Äuglein – so was Himmelartiges! Daß man denkt, aus dem wächst sich was Besseres, das macht sich, als ob es die Sach einmal um ein paar Staffeln höher bringen könnte. Und bis so ein Ding sich auswachst, ist es der alte Adam. Ein Geschlecht wie das andere, wir kommen nicht weiter. Bei dem Älteren möchte ich’s noch begreifen, begriffe ich’s eher. Aber bei dem Kleinen! Geistlich will er werden, der Ludersbub! –
In solcher Stimmung war der Förster, als Elias ans Haustor kam. Er vertrat dem Jungen den Eingang.
»Wo bist gewesen?«
Elias erschrak und schwieg.
»Wo du gewesen bist!« rief der Förster, und rief es ein drittes Mal.
Antwortete der Junge: »Ich kann’s nicht sagen.«
»Weil es ihm in der Geistlichenschule zu streng ist,« fuhr der Förster zürnend fort, »so läßt er sich krank melden, damit er aufs Land kann und allerhand Lumpereien treiben. Beim Tag hockt er über den Büchern, dieweilen er wohl an den heimlichen Spitzbübereien sinnt. Beizeiten fängst du an mit dem Heucheln und Huren, hörst du! Die Heuchelei hab ich schon gar gern, alles wollt ich dir lieber verzeihen als diese gottvermaledeite Heuchelei. Beim Tag ja, da gibt er dem andern gute Lehren, und bei der Nacht – Racker seid ihr!«
Elias schwieg. Starr schaute er dem zornigen Vater ins Gesicht und schwieg.
»Oder hat dich der Friedl verführt?«
»Nein,« sagte der Junge schnell und kurz.