Da fand sich unter dem Brückenkopf das Schrotgewehr und nun sollte er es wohl glauben. Und wie gerne! Gerade gescheit ist das nicht, in der Nacht Marder schießen gehen! Aber schöner ist’s doch immer als das andere, was er geargwohnt. Und jetzt tat’s ihm leid, daß er den Jungen so wild beschimpft hatte. Er nahm den Studenten beiseite und stellte ihn scharf zur Rede, weshalb er sich bei den Anschuldigungen nicht verteidigt habe.

»Mir scheint, mit Absicht hast du mich ins Unrecht setzen wollen – wie? So darfst du es nicht wieder machen. Ein Mann, wenn ihm unrecht geschieht, muß sich rechtfertigen. Gut, ich fordere Respekt von meinen Kindern, aber daß sie sich von mir unbegründet schmähen lassen sollen, das mag ich nicht, das schon einmal gar nicht. Irren kann sich ja der Mensch. Und da ist’s mir schon lieber, sie widersprechen mir, und wenn’s auch grob wäre. Lieber wie die Muckerei, wo man sich nicht auskennt. So – Elias, jetzt geh zu deiner Suppe. Und merk dir’s!«

Mit diesem Sermon hatte der Alte sein ungeberdig gewordenes Herz beruhigt. Anstatt sich selbst macht man die Vorwürfe denen, so man unrecht getan hat.

Der Elias aber dann zum Bruder: »Marder schießen! Warum hast du den Vater angelogen?«

»Warum hast du mich denn nit Lügen gestraft? Bist eh daneben gestanden.«

Dachte sich der Student: ’s ist wahr, ich bin selber nichts besser.

Sie sprechen von einem glückseligen Tag

Hatte Rufmann sich diesmal gleichwohl geirrt – angestochen war die Frage doch.

Er beobachtete den Friedl immer wieder ein bißchen. Fiel ihm weiter nichts auf, als daß er in letzter Zeit statt vorwitziger Gsangeln zarte Liebeslieder sang, ganz kurze, und gar nicht laut sang. Im Text lag’s nicht so gerade, der war feststehend, wie alle jungen Mannsleut im ganzen Tauerngebirge. an der Melodie lag’s, in ihr spürte der Vater, und er war Kenner, das heimliche Liebesatmen des Sohnes. Er hatte bald eine Ahnung, von welcher Seite der Maienhauch kam.

Und eines Tages steckte ihm’s die alte Sali vergnüglich – die Leut täten tuscheln! Ja, ja, die täten allerhand tuscheln – vom Försterbuben und von der Michelwirtischen!